La aventura en Argentina – Das Abenteuer in Argentinien
Hallo meine Lieben vom Domgymnasium!
Mein Name ist Antonia Gericke, ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse.
Bei Rotary-International habe ich mich für ein Austauschjahr im Ausland beworben und mein Weg führte mich Anfang September 2011 nach Argentinien. Dort werde ich für 10 ½ Monate leben.
Argentinien ist der zweitgrößte Staat in Südamerika und hat ca. 40 Millionen Einwohner. Hier wird nur Spanisch gesprochen. Zum Glück hatte ich ja schon zwei Jahre Spanisch bei Frau Lorente und so klappt es mit der Verständigung ganz gut.
Mit meinen Gasteltern, meiner Gastschwester Valentina (14 Jahre) und meinem Gastbruder Franco (10 Jahre) wohne ich in General Pacheco, 30 Kilometer von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt. Meine Gastfamilie hat mich ganz herzlich aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl.
Die Menschen sind hier alle sehr nett, freundlich, hilfsbereit und haben eine große Lebensfreude. Sie gehen oft tanzen und genießen einfach ihr Leben, nur Pünktlichkeit ist nicht so ihr Ding. Das Essen ist natürlich auch anders. Ein typisches Essen ist Asado – eine Grillmahlzeit mit Rind, Geflügel, Schwein und vor allem Innereien, wie zum Beispiel: Dünndarm und Dickdarmhaut. Es ist sehr gewöhnungsbedürftig!
Ein typisches Getränk in Argentinien ist Mate-Tee. Es gibt ein extra Gefäß, in das zerkleinerte Blätter vom Mate-Tee hineingegeben werden, dann wird heißes Wasser drauf gegossen und mit einem extra Metalltrinkrohr kann man es dann trinken.
Ansonsten werden hier viel Fleisch, Torte, viele Süßigkeiten und oft Chips gegessen. Die Essenszeiten sind auch ein wenig anders. Zum Frühstück gibt es Milch oder Kaffee und ein paar Kekse. Zur Schule nehme ich in der Regel nichts mit, manchmal bekomme ich einen Schokoriegel oder Chips mit. Wenn ich nachmittags Unterricht habe, fahre ich nach Hause und esse dort Mittag, ansonsten esse ich in der Schule ein Sandwich oder einen Salat.
Um 18 Uhr trinken wir zu Hause alle Milch und essen Kekse. Erst zwischen 21-22 Uhr gibt es dann Abendbrot. Es gibt dann fast immer warmes Fleisch und die Beilagen sind meistens kalt.
Weiter geht es mit dem Straßenverkehr, der sehr chaotisch ist. Ich habe noch kein Auto gesehen, das keine Delle hat. Die Geschwindigkeit hat hier auch keine Grenze, aber auf der Straße gibt es extra Huckel, damit man nicht zu schnell fährt. Doch daran hält sich niemand und wenn dann mal ein Huckel kommt, hopsen alle im Auto einmal hoch. Das ist nach der Zeit ganz schön anstrengend. Mit dem Bus fahre ich hier nicht gerne. An der Haltestelle muss man seinen Arm rausstrecken, damit der Bus anhält und dann springt man mit einem Fuß auf und der Bus fährt weiter. Durch den vielen Verkehr ist die Luft sehr schmutzig und man hat so gut wie immer Abgase um seine Nase. Generell ist es hier nicht so sauber und überall liegt Müll herum.
In der Schule tragen alle eine Schuluniform, das heißt am Montag, Mittwoch und Freitag habe ich einen Rock, Dienstag und Donnerstag eine Jogginghose an, weil wir an diesen Tagen Sport haben. Außerdem müssen die Mädchen ihre Haare zusammen binden, dürfen sich nicht schminken und es dürfen keine Piercings und Totos zu sehen sein. Eine Unterrichtsstunde geht 40 Minuten lang und nach zwei Stunden haben wir immer eine Pause von 20 Minuten. Die Zensuren gehen von 10-1 und 10 bedeutet volle Punktzahl. Von jedem Jahrgang gibt es zwei Klassen jeweils in zwei verschiedenen Richtungen: Naturales mit den spezialisierten Fächern Biologie, Geographie, Chemie, Physik und Economias mit Wirtschaft und Informatik. Jede Klasse hat eine “Klassenmutti” also eine Frau, die ihr Büro neben dem Klassenraum hat. Wenn dem Lehrer etwas nicht passt, wird sie geholt und dann muss sie alles regeln bzw. schlichten. Meine “Klassenmutti” hat mich schon einmal darauf aufmerksam gemacht, dass meine Haare nicht zusammen gebunden waren. Aber alles nicht so tragisch. . .
Zurzeit ist Frühling in Argentinien und da kann es schon mal bis zu 30 Grad warm werden. Doch das Wetter ist sehr wechselhaft und manchmal regnet es auch mal 3 Tage lang.
In meinem Rotary Distrikt hier in Argentinien sind wir insgesamt 11 Austauschschüler. Sie kommen aus den USA, Kanada, Belgien, Frankreich, der Schweiz und aus Deutschland. Es ist toll, so viele neue Leute kennen zu lernen. Es gibt öfter Meetings, zu denen wir uns treffen. Wir waren auch schon gemeinsam in Buenos Aires und haben die Stadt besichtigt.
Hier ein paar Bilder
Austauschschüler in Buenos Aires
Das Stadt-Viertel La Boca mit den bunten Häusern
Breiteste Straße der Welt (2x siebenspurig)
Der Obelisk, das Wahrzeichen der Stadt
Nach der anstrengenden Tour durch die Stadt haben wir trotz schmerzender Füße sogar noch einen Mini-Tango-Kurs gehabt.
Dieser hat echt viel Spaß gemacht.
Mitte November 2011 waren wir dann alle zusammen auf unserer ersten Rotary Reise, die zu den Iguazu Wasserfällen ging. Die 14stündige Busfahrt war sehr anstrengend. Wir wohnten in einem Hotel mit Pool und haben jeden Tag einen Ausflug gemacht. Am ersten Tag waren wir im National Park Iguazu und haben die Wasserfälle von der argentinischen Seite besichtigt. Die sind wirklich gigantisch und unbeschreiblich schön.
Da die Wasserfälle im Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay liegen, sind wir am nächsten Tag nach Brasilien gefahren. Von hier hat man einen besonderen Blick auf das Panorama der Wasserfälle.
Diese gehören übrigens seit kurzem zu den New 7 Wonders of Nature – 7 neue Weltwunder der Natur. Darauf ist Argentinien sehr stolz. Und ich habe sie schon gesehen!!!!!!
Auf unserer Reise haben wir noch einen Kurztrip nach Paraguay unternommen, eine Diamanten-Mine sowie ein Naturvolk, das im Wald wohnt, besucht. Hier haben die Kinder sogar für uns gesungen und getanzt.
Dreiländereck: Paraguay, Argentinien, Brasilien
Die Kinder haben für uns gesungen
Nun haben wir noch zwei Wochen Schule und dann sind bis Anfang März Sommerferien.
In den Ferien, fahre ich vielleicht mit meiner Gastfamilie nach Uruguay (Montevideo), um dort ein paar Tage Urlaub zu machen. Im Februar findet dann die zweite Reise der Rotary-Austauschschüler statt, die uns in den Norden von Argentinien nach Salta und Jujuy führen wird. Danach werde ich wahrscheinlich meine Gastfamilie wechseln und so noch ein paar weitere nette Argentinier kennenlernen sowie meine Spanisch-Kenntnisse verbessern.
Saludos y hasta pronto!
Antonia

















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